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Die Vorteile eines Brustgeschirres

Es gibt zwei Gründe, die für ein Halsband sprechen:

1. Angst, der Leinenimpuls könne nicht richtig wirken
2. Angst davor, die Kontrolle über den Kopf des Hundes zuverlieren

... über Beides sollte man genau nachdenken!

Zitat: Dr. Ute Blaschke-Berthold

Vorteile eines Brustgeschirres

Die Halswirbelsäule des Hundes ist - ähnlich wie die des Menschen - ein sehr empfindlicher Körperbereich. Klinische Studien (Anders Hallgren, 2001) belegen, dass Verspannungen in der Halswirbelsäule zu gleicher Symptomatik wie beim Menschen führen: Kopfschmerz, Schwindelgefühl, Schmerzgefühl in der Wirbelsäule usw. Anders als wir muss der Hund diese Schmerzen aber still ertragen, weil er sich nicht mitteilen kann.

Durch die Verwendung eines gut und richtig sitzenden Brustgeschirres wird der Druckpunkt auf den Brustkorb verlegt, somit bleiben die empfindliche Halswirbelsäule, der Kehlkopf, die Halsmuskulatur und die Luftröhre unbeeinträchtigt. Wichtig ist dies bei allen Hunden, insbesondere aber bei denen mit Gelenkerkrankungen (HD, Spondylose, usw.) oder bei solchen, die durch die Zucht bedingt eine unnatürlich lange Wirbelsäule haben (Basset, Dackel, usw.)

Ein Brustgeschirr erhöht auch die Verkehrssicherheit. Durch den auf dem Rücken liegenden Steg kann der Hund in Gefahrensituationen schnell und sicher gehalten werden, ohne dass er dabei am Hals stranguliert wird, wie es bei einem Halsband der Fall wäre. 

Der Hals spielt eine wichtige Rolle in der taktilen Kommunikation (Kommunikation über Berührungen) des Hundes, weshalb er auch als soziales Organ bezeichnet wird. Allen Bereichen des Halses sind wichtige kommunikative Schlüsselrollen zugeordnet. Durch ein Halsband werden diese Bereiche dauernd stimuliert, wodurch ihre Empfindsamkeit für Signale abstumpft. 

In engem Zusammenhang mit der Empfindsamkeit des Halsbereiches besteht die Gefahr, dass der Hund ungewollte Fehlverknüpfungen bildet. Warum? Hunde lernen unter anderem über gedankliche Verknüpfung, dass heißt, sie stellen eine Verbindung zwischen etwas, das sie sehen (hören, riechen) und dem in diesem Augenblick Gefühlten her. Im ungünstigsten Fall kann es also sein, dass ein Hund beispielsweise einen anderen sieht, in die Leine springt, weil er diesen freundlich begrüßen möchte, und in diesem Augenblick den schmerzhaften Ruck in die Halswirbelsäule spürt. So würde er eventuell lernen, dass der Artgenosse "gefährlich" ist, weil sein Anblick Schmerzen auslöst, und diese Einschätzung bewirkt Abwehrreaktionen. Schon nach wenigen solcher Begegnungen kann es zu problematischen Verhaltensweisen des angeleinten Hundes kommen, sobald er andere Hunde sieht. 

Auch die Körpersprache wird durch das ruckartige Anheben des Halses und Vorderkörpers verstellt. Dadurch wirkt der Hund angriffsbereit. Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen verstärken eine unkorrekte Körpersprache.

Das Beibringen des Gehens an lockerer Leine über den sogenannten "Leinenruck" - also dem Reißen/ Rucken an der Leine, sobald der Hund zieht - ist unfair und als Trainingsmethode veraltet, denn eine Erziehung, die über Schmerzeinwirkung arbeitet, hat in einer fachlich versierten Hundeausbildung nichts zu suchen.